Schlafapnoe

Atempausen während des Schlafes, die länger als 10 Sekunden dauern und öfter als 5 mal pro Stunde auftreten, werden als Schlafapnoe-Syndrom bezeichnet.

Es gibt verschiedene Formen der Schlafapnoe. Die wichtigste ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS): beim Einatmen wird Luft in die Lungen gesaugt. Bei einer obstruktiven Apnoe verschließt sich der Rachen, weil die Muskeln von Zunge, Gaumen und Rachen zu schlaff sind oder der Rachen insgesamt zu eng ist, z.B. durch Fetteinlagerung im Gewebe. Es gelangt keine Luft in die Lungen. Dem Schnarchen folgt plötzlich eine Stille. Dieser Atemstillstand kann bis zu 2 Minuten dauern. Der Sauerstoffmangel im Blut stellt eine Bedrohung für den Menschen dar und bewirkt eine Überlebensreaktion. Der Kranke schreckt aus dem Schlaf auf, ohne richtig wach zu werden, holt mit einem lauten Schnarcher oder Schnauben Luft und beginnt wieder zu atmen. Der Sauerstoffgehalt im Blut normalisiert sich wieder. Aber nur bis zur nächsten Atempause! Da sich dieses Ereignis oft mehrere Hundert Mal in der Nacht wiederholt, ist ein erholsamer Schlaf unmöglich.

Das Schlafapnoe-Syndrom tritt besonders bei Männern zwischen 30 und 60 Jahren auf. Bei Frauen ist es seltener. Auch Kinder können davon betroffen sein.

Das häufigste Symptom der Schlafapnoe ist die Tagesmüdigkeit. Morgens fühlen Sie sich unausgeschlafen. Oft bestehen Kopfschmerzen. Sie haben Mühe am Tage wach zu bleiben, nicken bei allen möglichen Gelegenheiten ein. Sexuelle Funktionsstörungen bis hin zur Impotenz, das Gefühl, den Anforderungen von Familie und Beruf nicht mehr gewachsen zu sein, zunehmende Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit, Nervosität, nächtliche Unruhe und starkes Schwitzen, Gereiztheit und Aggressivität können auftreten. Andere werden depressiv oder deuten ihren Leistungsabfall als frühe Alterserscheinung. Besonders bei Auto-Fahrern, Lkw-Fahrern und Bus-Fahrern besteht ein hohes Unfallrisiko.

Folgeerkrankung der Schlafapnoe sind vor allem hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod.

Es gibt eine Reihe von Ursachen für die Verengung des Rachens während des Schlafes, die zu Schnarchen und obstruktiver Schlafapnoe führen. Dazu zählen in erster Linie Übergewicht (Fettablagerungen am und im Hals führen zur Einengung des Rachens), Alkoholgenuss (lässt die Rachenmuskeln erschlaffen) und üppige Mahlzeiten am Abend. Seltenere Ursachen sind Nasenscheidewand-Verkrümmung, Polypen oder ein vergrößertes Gaumen-Zäpfchen. Schnarchen bei Kindern hat seine Ursache meist in vergrößerten Mandeln oder Polypen.

Wenn Sie den Verdacht haben, an Schlafapnoe zu leiden, wenden Sie sich bitte an Ihren Pneumologen. Mittels eines kleinen tragbaren Messgerätes kann der Schlaf untersucht werden (Schlafapnoe-Screening). Das Gerät misst während des Schlafes den Puls, die Schnarchgeräusche, den Sauerstoff-Gehalt in Ihrem Blut, den Luftstrom an Mund und Nase, Atemaussetzer und ihre Schlafposition. Am nächsten Morgen können die gespeicherten Daten über einen Computer in der Arztpraxis ausgewertet werden. Das Gerät hat den Vorteil, dass der Schlaf zu Hause in der gewohnten Umgebung aufgezeichnet wird. Falls sich bei dieser Untersuchung ein verdächtiger Befund zeigen sollten, ist eine weitere, ausführlichere Schlafuntersuchung (Polysomnografie) im Schlaflabor notwendig.

Patienten mit einem ausgeprägten Schlafapnoe-Syndrom benötigen eine nächtliche Atemhilfe - die Überdruckbeatmung beziehungsweise so genannte nasale CPAP-Therapie (kontinuierliche Überdruckbeatmung durch die Nase - continuous positive airway pressure). Bei der CPAP-Therapie wird dem Patienten über eine Nasenmaske Luft in die Atemwege zugeführt und ein geringer Überdruck aufgebaut. Dieser Überdruck hält den Rachen offen, so dass keine Apnoen mehr auftreten können und das Schnarchen aufhört.

Auch eine medikamentöse Behandlung mit dem Wirkstoff Theophyllin, der auf das zentrale Nervensystem einwirkt und die Atmung verbessern kann, ist möglich, führt aber nur selten zum gewünschten Erfolg.

Bei einer Einengung des Nasen-Rachen-Raumes ist nur in seltenen Fällen eine kieferchirurgische oder HNO-ärztliche Operation hilfreich.

Kieferprothesen in den verschiedensten Ausführungen, die den Unterkiefer einige Millimeter nach vorne verlagern und dadurch die Einengung des Rachens verhindern, sind nicht so wirksam wie die CPAP-Therapie.

Falls Sie weitere Informationen wünschen oder den Kontakt zu einer Selbsthilfe-Gruppe aufnehmen möchten, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.